Vor ein paar Tagen kam die Nachricht durch, daß Micosoft Dell übernehmen könnte.

In dem Augenblick musste ich herzlich lachen, waechst da doch zusammen was sehr gut zusammen passt: Zwei Firmen, die ordentlichen Aufwand treiben, die Kunden per Vendor Lock In an sich zu binden.

Bei Micorosoft sind es die Softwareschnittstellen und bei Dell ... nun, ich erzaehle euch eine kleine Geschichte ... Opa erzaehlt vom Krieg :-)

Damals (wir hatten ja gar nix) habe ich meine Brötchen als IT-Techniker im Microsoftumfeld verdient. Das mag nun manche erschüttern, letztendlich haben aber Geschichten wie die folgende dazu beigetragen, daß ich offene Software bevorzuge.

Die Aufgabenstellung war damals, ein Architekturbüro von NT4 und Tobit auf W2k und MS Exchange zu migrieren. Die vorhandene Hardware war noch nicht alt und sollte weiterverwendet werden. PCs und Server waren Modelle von Dell, mit denen ich bisher wenig zu tun hatte.

Die Umstellung sollte an einem Wochenende stattfinden und war eigentlich überschaubar. Zuaetzlichen BDC dazu, umstufen, den hochziehen auf W2k, Daten abziehen, den alten Server mit W2k neu installieren und die Daten zurückschieben.

Samstag morgen legten mein Kollege und ich los und kurz nach dem Mittag kamen wir zum Schritt "alten Server mit W2k neu installieren".

Leider war das CD Laufwerk des Servers infolge der Nichtbenutzung und der Lüfter total verdreckt und nicht benutzbar, nichts ungewöhnliches bei Servern im dunklen Kaemmerlein.

Eben weil das nichts ungewöhnliches ist, hatte man als Techniker damals immer ein CD Rom mit dabei und war auch sonst für so ziemlich alle Eventualitaeten gewappnet. Wenn nicht gabs noch den naechsten Mediamarkt oder Baumarkt fürs grobe Werkzeug.

Also flucks das alte CD Rom ausgebaut und das neue in den Server geschoben. Das Stromkabel ging sauber drauf und das Datenkabel ... nun ja, das Datenkabel lies sich nicht drauffummeln.

Dafuq?

Bei genauerer Betrachtung des Kabels und des alten Laufwerks war dann klar warum. Diese zensiert von Dell hatten einen proprietaeren Anschluss entwickelt.

Einige Flüche spaeter kam uns dann die naheliegende Idee ... die PCs waren auch von Dell und hatten CD-Roms.

Nach dem öffnen eines Rechners war die Laune dann endgültig auf Null. Auch diese CD-Roms hatten einen proprietaeren Anschluss, allerdings war der noch mal anders als der des Servers.

In dem Augenblick hoffst Du immer dass Kurt Felix ins Bild springt und dir lachend erklaert dass Du auf versteckter Kamera bist, in dem Fall allerdings vergeblich.

Nach einigem Hin und Her ist dann einer von uns 50Km zurück gefahren und hat ein altes CD-Rom mit SCSI-Kontroller geholt mit dem wir dann den Server installieren konnten. Das dauert dann auch nur unwesentlich laenger wenn das ein 4x statt 40x Laufwerk ist.

Seit der Aktion ist Dell bei mir so was von unten durch und wird den Platz auch nie wieder verlassen. Ja, ich kann nachtragend sein.

Software ist da nicht besser, speziell die von MS.

Diese Woche musste ich ein Formular mit Word ausfüllen und drucken. Am Bildschirm sah das ganz in Ordnung aus. Auf dem Ausdruck waren dann alle Umlaute zerschossen. Mal ganz ehrlich, wir haben 2013 und ich muss mich mit kaputten Umlauten rumschlagen? Den Spass hatte ich schon vor 20 Jahren am Amiga mit einem Nadeldrucker. Die Lösung war in dem Fall dann ein neues Formular, angepasst auf die bei mir aktuellere Officeversion.

Geschlossene und proprietaere Formate? Nicht mir mir.